Förderentscheidung der zweiten Förderrunde gefallen
Über 100 Interessenbekundungen wurden Ende November 2024 zur 2. Förderbekanntmachung zu den Handlungsfeldern "Präventive Erwerbsverlaufsgestaltung“, "Flexibilisierung der Arbeitswelt“ und "wissenschaftliche Methodik fortentwickeln" eingereicht.
In einer ersten Auswahlstufe wurden im Frühjahr des Jahres 2025 18 Antragstellende zur Vollantragstellung aufgefordert. Der wissenschaftliche Beirat des FoGA-Programms beriet die Vollanträge in seiner Sitzung am 24./25. Juni 2025. Auswahlkriterien waren neben der wissenschaftlichen Qualität, Relevanz und Innovation auch das Potential der Vorhaben zur nachhaltigen Profil- und Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen, eines der zentralen Ziele des Förderprogramms. Der Beirat wählte schließlich eine Stiftungsprofessur, drei Nachwuchsgruppen und sechs Forschungsprojekte zur Förderung aus, die zusammen in den nächsten Jahren mit ca. 6 Mio. € gefördert werden. Die Nachwuchsgruppen und Forschungsprojekte werden bereits in den nächsten Monaten starten, während die Stiftungsprofessur aufgrund des noch durchzuführenden Berufungsverfahrens voraussichtlich erst Anfang 2027 beginnt.
Folgende Vorhaben wurden zur Förderung ausgewählt
Stiftungsprofessur:
Ziel der W2-Professur Arbeitsepidemiologie ist die Weiterentwicklung der arbeitsepidemiologischen Forschung mit einem Fokus auf die Entwicklung und Optimierung der Methoden und deren praxisrelevanter Anwendung auf im Themengebiet der quantitativen und vergleichenden Arbeitsgesundheitsforschung.
Nachwuchsgruppen:
Ziel von DigitalCare ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten und praxiserprobten Vorgehens zur Digitalisierung von Arbeitstätigkeiten im Pflegebereich. Die Entscheidung, Planung und Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen soll dahingehend unterstützt werden, dass im Ergebnis beeinträchtigungsfreie, effiziente und möglichst gesundheits- und lernförderliche Arbeitsplätze für Pflegekräfte entstehen.
Ziel von EEMMA ist es, ein evidenzbasiertes Modell zu Beurteilung unterschiedlicher physischer Belastungsarten (Mischbelastungen) in Arbeitssystemen zu entwickeln, zu erproben und zu validieren. Das Vorhaben verfolgt einen breiten interdisziplinären Ansatz, um komplexe Wechselwirkungen physischer Belastungen auf den menschlichen Organismus zu modellieren und belastungsartspezifische Risiken regionsspezifisch bewerten zu können.
MoRe zielt darauf ab, die gesundheitsbezogenen Gestaltungskompetenzen von Auszubildenden zu fördern. Um dies zu erreichen, werden Berufsschullehrkräfte als Multiplikator:innen adressiert und Lehrpläne entwickelt, um im Rahmen der Berufsschulausbildung Fragen der Arbeitsgestaltung und Prävention zu vermitteln.
Forschungsprojekte:
Ziel der Forschungsprojektes Stay@Work ist es, zu untersuchen, welche Umstände und Mechanismen bei Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen das nachhaltige Arbeiten ohne erhöhte Arbeitsunfähigkeit (Stay at Work) ermöglichen. Auch soll der fachöffentliche Diskurs zu Stay at Work in Deutschland gefördert und der Transfer in die betriebliche Praxis unterstützt werden.
Das Ziel von ANKER ist es, zielgruppenspezifische Interventionen für Krebsüberlebende bei der Rückkehr in den Beruf durch individuell angepasste Arbeitsplatzgestaltung zu unterstützen. Dies soll nicht nur die berufliche Zufriedenheit und das Engagement bei der Arbeit fördern, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen positiv beeinflussen.
Bei dem Projekt DIAS soll eine KI-basierte Analyseanwendung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt und validiert werden, die psychische Belastungsfaktoren mithilfe von generativer KI (GenKI) durch sprachnatürliche Dialoge erfassen kann. Dadurch sollen Beschäftigte für den Arbeits- und Gesundheitsschutz erreicht werden, für die bestehende Methoden der Gefährdungsbeurteilung wie standardisierte Fragebögen wenig geeignet sind.
Das Projekt Prevent&Return zielt erstens auf die Weiterentwicklung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung im Kontext von Schwangerschaft und Stillzeit ab, um den spezifischen Bedarfen dieser vulnerablen Beschäftigtengruppe im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz systematisch Rechnung zu tragen. Zweitens geht es um die Entwicklung evidenzbasierter Präventionsstrategien zur gesundheitsförderlichen Gestaltung des beruflichen Wiedereinstiegs nach der Geburt.
Das Projekt REAL will für das deutsche Gesundheitssystem erstmalige Evidenz zur Wirksamkeit eines Arbeitsplatztrainings am eigenen Arbeitsplatz im Rahmen einer medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation im ambulanten Setting generieren. Ziel ist es, einen Beitrag zur Flexibilisierung und Weiterentwicklung der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation zu leisten. Dabei sollen auch Überlegungen zu einem integrativen Versorgungsmodell berücksichtigt werden, das klinische und Arbeitsplatzinterventionen miteinander verbindet.
Ziele von GIGG sind die Analyse der Arbeitsbedingungen in digital vermittelter Plattformarbeit und ihrer Effekte auf die biopsychosoziale Gesundheit der Arbeitenden sowie die Ableitung von partizipativ entwickelten Empfehlungen für eine menschengerechte Gestaltung dieser Arbeitsform.
Alle geförderten Vorhaben werden demnächst mit Projektsteckbriefen auf der Homepage vorgestellt.
Das FoGA-Team möchte sich recht herzlich bei allen bedanken, die sich mit einem Antrag am Programm beteiligt haben. Ein herzlicher Dank gilt auch allen Gutachterinnen und Gutachtern sowie den Mitgliedern des Beirats für ihre engagierte Mitarbeit.