Navigation und Service

Entwicklung eines evidenzbasierten Modells zur zusammenfassenden Beurteilung unterschiedlicher physischer Belastungsarten (Mischbelastungen) in Arbeitssystemen - EEMMA

Nachwuchsgruppe

Arbeitstätigkeiten mit hohen körperlichen Belastungen stellen nach wie vor eine zentrale Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) dar. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gewinnt die präventive, gesundheitsgerechte Gestaltung von Arbeitssystemen zunehmend an Bedeutung.

© iStock | Thank you for your assistant

Projektübersicht

Handlungsfeld:

Mit dem Wandel Schritt halten - die wissenschaftliche Methodik fortentwickeln

Förderformat:

Nachwuchsgruppe

Fördersumme:

1.044.185 €

Laufzeit:

01.06.2026 bis 31.05.2029

Projektleitung:

Prof. Dr.-Ing. André Klußmann

Institution:

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg), Competence Center Gesundheit (CCG)

Partner:

Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER)

Projektteam:

M.Sc. Ann Kathrin Wissemann (Institut ASER e.V.), M.Sc. Mirjam Jost (HAW Hamburg)

Vorhabensbeschreibung

Bisher etablierte Verfahren zur Beurteilung körperlicher Belastungen bei der Arbeit, wie die validierten und international anerkannten Leitmerkmalmethoden, fokussieren sich primär auf die Betrachtung einzelner Belastungsarten, wie dem Heben, Halten, Tragen von Lasten oder der Ausführung manueller Arbeitsprozesse. In der betrieblichen Praxis treten diese Belastungen jedoch häufig kombiniert auf. Für diese sogenannten Mischbelastungen fehlen bislang wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Bewertungsinstrumente.

Ziel der wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe ist die Entwicklung eines validierten Instruments zur kumulativen Beurteilung kombinierter physischer Arbeitsbelastungen. Arbeitswissenschaftliche Analysen, empirische Untersuchungen und statistische Modellierungen bilden die Grundlage der Entwicklung und Validierung.

Die Ergebnisse stärken die Gefährdungsbeurteilung im Sinne eines ganzheitlichen Arbeitsschutzes und unterstützen Arbeitgeber*innen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie weitere Akteur*innen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes dabei, Gefährdungen zu identifizieren und Präventionsmaßnahmen gezielt und evidenzbasiert umzusetzen.

Ausblick

Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. André Klußmann arbeitet eine interdisziplinäre und standortübergreifende wissenschaftliche Nachwuchsgruppe im Projekt EEMMA (Entwicklung eines evidenzbasierten Modells zur zusammenfassenden Beurteilung unterschiedlicher physischer Belastungsarten (Mischbelastungen) in Arbeitssystemen). Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Modells zur kumulativen Beurteilung physischer Mischbelastungen. Dazu wird ein Mixed-Method-Ansatz verfolgt, der eine systematische Literaturrecherche, quantitative und qualitative Erhebungen von Arbeitsbelastungen und -beanspruchungen in Betrieben unterschiedlicher Branchen sowie die Sekundäranalyse bereits existierender Datensätze und Methoden kombiniert.

Die entwickelten Modellentwürfe werden zunächst mit potenziellen Praxisanwender*innen hinsichtlich Usability und Augenscheinvalidität geprüft. Nach einer Weiterentwicklung des Modells erfolgt die wissenschaftliche Evaluation im betrieblichen Setting. Perspektivisch sollen die erzielten Ergebnisse langfristig nutzbar gemacht werden, z.B. indem das entwickelte Modell in bestehende digitale Anwendungen und Tools integriert wird.