Motiviert und resilient in der Arbeitswelt durch Berufsbildung (MORE)
Nachwuchsgruppe
Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft verknüpft die inter- und transdisziplinär ausgerichtete Nachwuchsgruppe MORE Gesundheit, Bildung und Arbeitswelt. Mittels eines didaktischen Doppeldeckers zielt MORE dabei auf die Zielgruppe von Auszubildenden ab, die im Rahmen von gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen oftmals als "hard-to-reach" gelten.
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Handlungsfeld: |
Präventive Erwerbsverlaufsgestaltung unter Berücksichtigung der Vulnerabilität verschiedener Personengruppen und der Vielfalt der Erwerbsbevölkerung |
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Förderformat: | Nachwuchsgruppe |
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Fördersumme: | 882.570 € |
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Laufzeit: | 01.04.2025 bis 31.03.2028 |
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Projektleitung: |
Prof. Dr. Harald Hantke |
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Institution: |
Leuphana Universität Lüneburg |
| Projektteam: |
Prof. Dr. Franziska Kößler |
Vorhabensbeschreibung
Unter dem didaktischen Doppeldecker ist vor diesem Hintergrund zu verstehen, dass zunächst zukünftige Berufsschullehrkräfte im Studium und im Referendariat als Multiplikator:innen durch die Förderung gesundheitsbezogener Gestaltungskompetenzen dazu befähigt werden, in der Berufsschule wiederum die Auszubildenden dazu zu befähigen, präventiv auf gesundheitsbezogene Verhaltensweisen und Verhältnisse einzuwirken, die ihren Erwerbsverlauf beeinflussen. Exemplarisch werden dabei unter anderem die Themen Schlaf, Bewegung und Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen behandelt. Als zukünftige Fachkräfte tragen die Auszubildenden arbeitsbezogene Gesundheitsprävention dann auch in ihre Ausbildungsbetriebe. Damit überträgt MORE das in der Bildung erfolgreiche Vorgehen des didaktischen Doppeldeckers auf den Bereich der Gesundheitsförderung. Mit diesem Ansatz wird auf gesellschaftlicher Ebene - neben der Förderung gesundheitsbezogener Gestaltungskompetenz auf individueller Ebene - die Herstellung von "Gesundheitsgerechtigkeit" in Zeiten der Polykrise adressiert. So werden durch die Arbeit von MORE strukturell mindestens die Nachhaltigkeitsziele 3 "Gesundheit und Wohlergehen", 8 "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum" und 4 "Hochwertige Bildung" in Beziehung gesetzt.
Der Nachwuchsgruppe liegt vor diesem Hintergrund die Forschungsfrage zugrunde, wie zukünftige Berufsschullehrkräfte als Multiplikator:innen dazu befähigt werden können, gesundheitsbezogene Gestaltungskompetenzen von Auszubildenden als zukünftige Fachkräfte im Sinne einer präventiven Erwerbsverlaufsgestaltung zu fördern.
Methodologisch folgt MORE dem Prinzip designbasierter Forschung. Das auf diesem Prinzip beruhende iterative Vorgehen ermöglicht es, die Forschungsfrage sowohl theoriegeleitet als auch anwendungsorientiert zu bearbeiten. In diesem Prozess kommen in drei Phasen im Sinne eines Mixed-Methods-Designs jeweils verschiedene methodische Zugänge zum Tragen (z. B. Literaturreviews, Querschnittsstudien, Interventionsstudien und Fallstudien), mit denen sowohl Praxis als auch Theorie weiterentwickelt wird.
Ausblick
Bearbeitet wird die Forschungsfrage der Nachwuchsgruppe, indem erstens wissenschaftliche Erkenntnisse über die Stärkung der psychischen Gesundheit von Auszubildenden generiert werden. Zweitens werden gemeinsam mit den zukünftigen Berufsschullehrkräften als Multiplikator:innen evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen zur Förderung gesundheitsbezogener Gestaltungskompetenzen von Auszubildenden entwickelt, erprobt, evaluiert, weiterentwickelt und in der Lehrkräftebildung sowie in der Berufsschule implementiert.
Konkret basiert die Arbeit von MORE im Rahmen der obenstehenden Methodologie auf folgenden drei übergeordneten Phasen: 1) Grundlagenlegung und Bedarfsermittlung; 2) Sukzessive (Weiter-)Entwicklung, Erprobung, formative Evaluation und Implementierung; 3) Summative Evaluation, Transfer und Verstetigung. In allen drei Phasen werden in unterschiedlichem Maße Schwerpunkte auf die Zielgruppen der Auszubildenden und der zukünftigen Lehrkräfte gelegt. Sowohl in den Forschungsprozess als auch in die Verstetigung sind verschiedene (internationale) Kooperationspartner aus Wissenschaft, Bildungspraxis, Bildungspolitik, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen sowie Industrie- und Handelskammern eingebunden.
Eine mögliche Verlängerungsphase der Nachwuchsgruppe ist schließlich auf eine Ausweitung des Vorhabens auf weitere Gruppen von Auszubildenden angelegt (z. B. sozialer Berufe). Außerdem würde im Zentrum dieser Phase die Frage stehen, inwiefern Auszubildende die geförderten gesundheitsbezogenen Gestaltungskompetenzen als zukünftige Fachkräfte in ihre Betriebe tragen.