Geförderte Nachwuchsgruppen
DigitalCare - Digitalisierung der Arbeit in der Pflege: Eine Chance für die lern- und gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung
Nachwuchsgruppe
Erforscht werden soll, wie digitale Technologien in der Pflegearbeit so eingesetzt werden können, dass sie Pflegekräfte tatsächlich entlasten und ihre Gesundheit fördern sowie Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Zu klären ist, was innerhalb der Gesamttätigkeiten besonders belastende Aufgaben sind, welche Digitalisierungsmöglichkeiten bestehen und wie auf dem Hintergrund dieses Wissens eine menschengerechte Arbeitsgestaltung erfolgen kann
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Handlungsfeld: |
Flexibilisierung der Arbeitswelt - Chancen nutzen, Risiken vermeiden |
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Förderformat: | Nachwuchsgruppe |
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Fördersumme: | 1.049.265 € |
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Laufzeit: | 01.06.2026 bis 31.05.2029 |
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Projektleitung: |
Dr. habil. Magdalena Wekenborg (TU Dresden) Prof. Dr. Renate Rau (MLU Halle) |
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Institution: |
TU Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Psychologie, Abt. Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie |
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Projektteam: |
Elizabeth Michels ,TU Dresden Wiebke Hecht, MLU Halle Jessica Grulke, MLU Halle |
Vorhabensbeschreibung
Pflegekräfte sind hohen Belastungen ausgesetzt, die zunehmend durch die Digitalisierung ihrer Arbeitsinhalte und des Arbeitskontext verändert werden. Bei der Planung von Digitalisierung sollte daher der Fokus zuerst auf der Arbeitsgestaltung und nicht auf der Umsetzung gerade aktueller technischer Möglichkeiten liegen. In der Konsequenz kann Digitalisierung dazu beitragen, dass die Arbeit der Pflegekräfte beeinträchtigungsfrei und möglichst lern- und gesundheitsförderlich gestaltet wird. Gleichzeitig erlaubt dies den Pflegekräften ihre Arbeit effizient auszuführen, was wiederum den Patienten und letztlich dem Unternehmen zu Gute kommt.
Methode
Das Projekt kombiniert die arbeitspsychologische Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten mittels objektiver-bedingungsbezogener Methoden mit innovativen psychophysiologischen Methoden zur Erfassung von Stressreaktionen im Arbeitsalltag.
Konkret wird ein interaktives Ecological Momentary Assessment eingesetzt, bei dem physiologische Stressmarker (z. B. Veränderungen der Herzratenvariabilität, sog. additional HRV reductions) als Trigger für situative Erhebungen dienen. Dadurch können belastungsrelevante Ereignisse im Pflegealltag in Echtzeit identifiziert und im Kontext der jeweiligen Arbeitssituation analysiert werden.
Mithilfe tragbarer Sensorik werden Stressreaktionen objektiv gemessen und mit konkreten Arbeitssituationen verknüpft. Ergänzend werden Befragungen mittels standardisierter und normierter Fragebögen durchgeführt. Eine zentrale Digitalisierungsmaßnahme wird vor und nach ihrer Einführung wissenschaftlich evaluiert.
Ziel
Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten und praxiserprobten Vorgehens zur Digitalisierung von Arbeitstätigkeiten im Pflegebereich, welches die Entscheidung, Planung und Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen dahingehend unterstützt, dass im Ergebnis beeinträchtigungsfreie, effiziente und möglichst gesundheits- und lernförderliche Arbeitsplätze für Pflegekräfte entstehen.
Ausblick
Das Projekt ist über drei Jahre angelegt und gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Arbeitspakete: von der Analyse des aktuellen Digitalisierungsstands über die Identifikation von Entlastungspotenzialen bis hin zur Evaluation einer konkreten digitalen Assistenzlösung. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und in einem praxisnahen Leitfaden aufbereitet. Langfristig sollen die entwickelten Ansätze auch auf andere Bereiche des Gesundheitswesens übertragbar sein.