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Geförderte Forschungsprojekte

Psychische Belastung beruflich tätiger Schwangerer und Stillender: Gefährdungsbeurteilung weiterentwickeln und Wiedereinstieg präventiv gestalten

Forschungsprojekt

Die berufliche Teilhabe von Frauen stellt ein bedeutendes wirtschaftliches Potenzial zur Beschäftigungssicherung in Deutschland dar. Innerhalb dieser Gruppe zählen schwangere und stillende Frauen zu den besonders schutzbedürftigen Erwerbstätigen, da sie am Arbeitsplatz spezifischen physischen und psychischen Belastungsfaktoren ausgesetzt sein können und eine erhöhte Vulnerabilität aufweisen. Der aktuelle Forschungsstand zeigt jedoch, dass bislang nur wenige Studien die Belastungsprofile dieser Zielgruppe untersucht haben. Ebenso stehen für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung keine validierten Instrumente zur Verfügung, die die besonderen Bedingungen von Schwangerschaft und Stillzeit adäquat berücksichtigen. Aus diesem Grund verfolgt das Forschungsprojekt das Ziel, den spezifischen Bedarfen dieser vulnerablen Beschäftigtengruppe im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz systematisch Rechnung zu tragen.

© iStock | Yuri_Arcurs

Projektübersicht

Handlungsfeld:

Präventive Erwerbsverlaufsgestaltung unter Berücksichtigung der Vulnerabilität verschiedener Personengruppen und der Vielfalt der Erwerbsbevölkerung

Förderformat:

Forschungsprojekt

Fördersumme:

349.525,00 €

Laufzeit:

01.05.2026 bis 31.04.2028

Projektleitung:

Frau PD Dr. Dr. Stefanie Mache, s.mache@uke.de

Projektpartner

Herr Prof. Dr. Jan Dettmers, Fernuniversität in Hagen, Lehrgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie

Projektteam:

Frau Dr. Tanja Wirth

Institution:

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM), Arbeitsgruppe Psychische Gesundheit

Vorhabensbeschreibung:

Das primäre Ziel des Forschungsvorhabens besteht in der bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung im Kontext von Schwangerschaft und Stillzeit für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Das zweite Hauptziel des Forschungsvorhabens besteht in der Entwicklung evidenzbasierter Strategien und Maßnahmen, welche den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach der Geburt in gesundheitsförderlicher Weise gestalten. 

Methodik:

Das Forschungsprojekt umfasst ein multimethodisches Studiendesign. In einer qualitativen Längsschnittstudie werden erwerbstätige Schwangere und Stillende zu phasenspezifischen beruflichen Belastungsfaktoren, Erfahrungen in den Übergangsphasen sowie Rahmenbedingungen befragt. In einem nächsten Schritt erfolgt eine quantitative Überprüfung der identifizierten zielgruppenspezifischen psychischen Belastungsfaktoren, Ressourcen und Bewältigungsstrategien mittels einer längsschnittlichen Fragebogenstudie. Auf Basis der empirischen Erkenntnisse erfolgt die Konzeption und Evaluation eines Instruments zur spezifischen Gefährdungsbeurteilung in der Schwangerschaft. In begleitenden Workshops mit Expert:innen werden Gestaltungsansätze und Präventionsempfehlungen für die betriebliche Praxis abgeleitet. Darauf aufbauend wird ein digitales Praxishandbuch für Unternehmen entwickelt, welches sowohl den aktuellen Forschungsstand als auch praktische Gestaltungsansätze, Empfehlungen und Best-Practice-Beispiele darstellt.

Ausblick

Zu dem Projekt wird ein Beirat aus Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis gebildet. Ein Kick-Off-Treffen des Beirats ist zum Projektstart geplant, um Forschungsschwerpunkte festzulegen und zur Umsetzung der ersten Projektschritte zu beraten. Gleichzeitig wird mit dem ersten Arbeitspaket gestartet, das die qualitative Längsschnittstudie mittels problemzentrierter Interviews mit erwerbstätigen Schwangeren und Stillenden umfasst. Insgesamt sind vier Erhebungszeitpunkte im Verlauf der Schwangerschaft und zum beruflichen Wiedereinstieg vorgesehen.